
Bildungsprotest in München und Nürnberg am 19.9.2026
19. September-10:30 - 12:00
Gemeinsam für eine Bildungswende in Bayern!
#Bildungsbunker machen krank
Am 19. September 2026 findet erneut ein bundesweiter Bildungsprotesttag statt. Auch wir von Eine Schule für Alle in Bayern e.V. sind dabei und rufen dazu auf, gemeinsam in München und Nürnberg für ein gerechteres, inklusiveres und zukunftsfähiges Bildungssystem auf die Straße zu gehen.
Im Mittelpunkt der Aktion in München steht eine kreative und öffentlichkeitswirksame Performance der Bayerischen Schüler*innen Bewegung. In einem inszenierten „Klassenzimmer“ wird sichtbar und erlebbar, wie sich Schule für viele junge Menschen heute anfühlt: geprägt von Leistungsdruck, starren Strukturen und einem Bildungssystem, das sich trotz längst bekannter Probleme nur langsam verändert.
Doch beim Aufzeigen der Probleme soll es nicht bleiben: Gemeinsam wird der „Bildungsbunker“ symbolisch eingerissen und der Blick darauf gerichtet, wie Schule anders sein könnte – gerechter, inklusiver, zeitgemäßer und stärker an den Bedürfnissen junger Menschen orientiert.
Bildungswende JETZT!
Als im Jahr 2023 über 90 Organisationen, Gewerkschaften sowie Eltern- und Schüler*innenvertretungen den Appell „Bildungswende JETZT!“ veröffentlichten, war die Botschaft unmissverständlich: Unser Bildungssystem braucht grundlegende Veränderungen.
Lehrkräftemangel, marode Schulen, fehlende Inklusion, soziale Ungleichheit und chronische Unterfinanzierung sind keine neuen Probleme. Auf der Grundlage von vier zentralen Forderungen – einem zukunftsfähigen und inklusiven Bildungssystem, einer Ausbildungsoffensive für pädagogische Berufe, einer auskömmlichen Finanzierung und einer Bildungspolitik auf Augenhöhe – entstand eine bundesweite Bewegung.
Drei Jahre später haben diese Forderungen nichts an Aktualität verloren.
PISA-Schock 2001 – Bildungskrise 2026
Auch 25 Jahre nach dem sogenannten PISA-Schock entscheidet in Deutschland die soziale Herkunft noch immer maßgeblich über Bildungschancen. Gleichzeitig erleben Kinder und Jugendliche weiterhin ein Schulsystem, das früh sortiert und individuelle Lernwege viel zu wenig ermöglicht.
Unter dem Motto „PISA-Schock 2001. Bildungskrise 2026. 25 Jahre Diagnose. 25 Jahre Stillstand. Genug geredet – jetzt wird gehandelt.“ ruft die Bewegung deshalb am 19. September 2026 erneut bundesweit zu Protesten auf.
Für uns von Eine Schule für Alle in Bayern e.V. ist klar: Eine wirkliche Bildungswende darf nicht bei einzelnen Reformen stehen bleiben. Wir müssen Schule grundsätzlich neu denken.
Wir setzen uns seit vielen Jahren dafür ein, dass Kinder und Jugendliche länger gemeinsam lernen können, statt früh auf unterschiedliche Schularten verteilt zu werden. Wir wollen eine neue Lernkultur, in der individuelle Entwicklung, selbstständiges Lernen, Beziehung und echte Teilhabe wichtiger sind als Selektion und ständiger Leistungsdruck.
Und wir wollen, dass Inklusion endlich konsequent umgesetzt wird – damit wirklich alle Kinder und Jugendlichen selbstverständlich gemeinsam lernen können.
Deshalb fordern wir unter anderem:
- Gemeinschaftsschulen als reguläre Schulart auch in Bayern und damit die Möglichkeit des längeren gemeinsamen Lernens.
- Eine neue Lernkultur, die individuelles und selbstbestimmtes Lernen ermöglicht und Kinder in ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Lernwegen ernst nimmt.
- Echte Inklusion und die dafür notwendige personelle und finanzielle Ausstattung der Schulen.
- Weniger Selektion und Leistungsdruck – unter anderem durch alternative Formen der Leistungsrückmeldung, die Abschaffung des Sitzenbleibens und mehr individuelle Förderung.
- Schulen, die Vielfalt als Stärke begreifen und allen Kindern unabhängig von Herkunft, Behinderung oder sozialem Hintergrund gute Bildungschancen eröffnen.
Besonders wichtig ist uns, dass junge Menschen selbst zu Wort kommen und Veränderungen mitgestalten. Deshalb freuen wir uns sehr, dass der Protest in München maßgeblich von der Bayerischen Schüler*innen Bewegung gestaltet wird.
Mit ihrer Petition „Schluss mit Abfragen und Exen“ und ihren Aktionen unter dem Motto „Bildungsbunker machen krank“ haben die Jugendlichen immer wieder deutlich gemacht: Es reicht nicht, einzelne Stellschrauben im bestehenden System zu verändern. Schule muss sich grundlegend weiterentwickeln – und zwar gemeinsam mit denjenigen, die sie jeden Tag erleben.
Eine Schule für Alle bedeutet für uns: Gemeinsam lernen statt früh sortieren. Individuell fördern statt aussortieren. Vielfalt ermöglichen statt Kinder an ein starres System anzupassen.
Dafür gehen wir am 19. September gemeinsam auf die Straße.
Wir rufen Eltern, Schülerinnen, Pädagoginnen und alle Menschen, denen gute Bildung am Herzen liegt, auf:
Kommt am 19. September nach München und Nürnberg und setzt mit uns ein sichtbares Zeichen für eine echte Bildungswende!
Denn eine demokratische und gerechte Gesellschaft braucht ein Bildungssystem, das alle Kinder mitnimmt und niemanden zurücklässt.
Bildungsprotesttag am 19. September 2026
München:
10:30 Uhr | Rindermarkt
mit einer Performance der Bayerischen Schüler*innen Bewegung
Nürnberg:
14:30 Uhr | Kornmarkt / Straße der Menschenrechte
Weitere Informationen zum Bildungsprotest:
https://www.bildungswende-jetzt.de/bundeslaender/bayern/
